Übersicht - Grosse Meister
Jan van Eyck
In den Gemälden des Niederländers Jan van Eyck faszinieren den Betrachter vor allem die anmutigen Figurendarstellungen. Künstlern dienen sie als große Vorbilder einer altmeisterlichen Ölmaltechnik mit vielschichtigen Farblasuren.
Jan van Eyck (um 1390-1441) stand schon zu Lebzeiten in hohem Ansehen als Künstler. Er gilt als Begründer der niederländischen Malerei. Über sein Frühwerk ist nur wenig bekannt, und der größte Teil seiner Arbeiten, die als dekorative Malerei von Herzog Phillip von Burgund in Auftrag gegeben wurde, ist im Laufe der Zeit verschollen. Der Blick auf die erhaltenen Gemälde offenbart einen handwerklichen ungemein versierten Maler, der mit seinen Werken viele spätere Künstler inspiriert hat. In Jan van Eycks Gemälde ´Die Verkündigung´ springt vor allem der Detailreichtum ins Auge. Mit einer für damalige Verhältnisse auffällig realistischen Malweise arbeitete van Eyck feinste Einzelheiten heraus, die in direktem Zusammenhang mit der christlichen Symbolik stehen.
Van Eyck versuchte, dem Reichtum des Gegenstands auch in der Malweise zu entsprechen. Die zarten, durchscheinenden Farblasuren lassen die Oberfläche an mehreren Stellen fast juwelenartig aufblitzen. Die Verwendung von pulverisiertem Lapislazuli, einem Halbedelstein, und die vollendete Pinselführung des Künstlers machen die Bilder zu einem kostbaren Schmuckstück.
Irrtümlicherweise sahen frühe Biographen in van Eyck den Erfinder der Ölmalerei. Er übertrug die Ölharztechnik jedoch nur auf die Tafelmalerei. Anders als bei den schnelltrocknenden und stark deckenden Eitemperamischungen, bot die Bindung der Farbpigmente durch Öl van Eyck den Vorteil, mehrere Lasuren transparent übereinanderzulegen. Die zu bemalende Holztafel wurde mit einem glattgeschliffenen Kreidegrund versehen, auf der die Untermalung in Tempera erfolgte. Darüber legte der Künstler dann Schicht für Schicht die Lasuren mit Ölfarbe.